Balkongestaltung für Mieter

Balkon gestalten im Einklang mit dem Mietrecht

Petunien auf einem Balkon.

Ein üppig bepflanzter Balkon mit Petunien.

Natürlich dürfen auch Mieter den zu ihrer Wohnung gehörenden Balkon nach ihrem Geschmack mit Balkonmöbeln und Pflanzen einrichten. Rechtlich gesehen unterliegt die Balkongestaltung nur wenigen Einschränkungen. Diese betreffen oft Sicherheitsaspekte. Doch auch die Einheitlichkeit der Hausfassade kann eine Rolle bei entsprechenden Regelungen spielen. In jedem Fall müssen Mieter bei der Balkongestaltung die Hausordnung und die geltenden rechtlichen Vorschriften einhalten.

Um Ärger mit den Nachbarn zu vermeiden, sollten Balkonbesitzer außerdem sicherstellen, dass diese sich nicht durch auf deren Balkon herabhängende Ranken oder andere Belästigungen gestört fühlen.

Was sollten Mieter bei der Balkongestaltung beachten?

Wer einen Balkon hat, verziert ihn oft mit Blumen und Grünpflanzen. Manche nutzen diesen Raum auch zum Anbau von Gemüse oder Kräutern zwecks Selbstversorgung. All dies stellt in der Regel kein Problem dar. Sogar das Anbringen von Blumenkästen am Balkon ist möglich, es sei denn, der Vermieter verbietet dies ausdrücklich. Laut einem Urteil des Berliner Landesgerichts vom 3.7.2012 kann er das tun, wenn beispielsweise Fahrzeuge oder Personen durch herunterfallende Blumenkästen geschädigt werden könnten.

Weitere rechtliche Aspekte, die bei Balkonpflanzen zu berücksichtigen sind:

  • Erlaubt der Vermieter Blumenkästen auf dem Balkon, ist der Mieter für die sichere Befestigung der Kästen mit den Balkonpflanzen an der Brüstung verantwortlich. Das Befestigungsmaterial sollte witterungsfest sein. Fällt ein Blumenkasten herunter und verletzt schlimmstenfalls jemanden, haftet er selbst für den entstandenen Schaden.
  • Besitzer von Balkonpflanzen müssen dafür sorgen, dass nicht etwa wuchernde Pflanzen die Nutzung des Balkons und der benachbarten Balkone beeinträchtigen. Diese sind verpflichtet, die Pflanzen rechtzeitig zurückzuschneiden. Dabei solltet Ihr darauf achten, dass möglichst keine Pflanzenteile, Laub oder Blüten auf die darunter liegenden Balkone rieseln.
  • Bei der Verwendung von Kletterpflanzen als Sichtschutz solltet Ihr dafür sorgen, dass die Pflanzen nicht das Mauerwerk angreifen. Auch dies ist durch regelmäßiges Stutzen der Pflanzen meist zu verhindern. Besonders bei schnell wachsenden Kletterpflanzen, die üblicherweise als Sichtschutz dienen, solltet Ihr das Zurückschneiden nicht vergessen. Der Vermieter kann allerdings die Entfernung der Pflanzen verlangen, wenn diese die einheitliche Optik der Fassade stören.
  • Auch beim Gießwasser gilt es aufzupassen: Weder die Fassade noch Teile des Gebäudes oder andere Personen sollten hiervon beeinträchtigt werden. Durch eine entsprechende Balkongestaltung ist dies oft vermeidbar. Am besten, Ihr platziert die Pflanzenbehälter so, dass die Mieter unterhalb Eurer Wohnung beim Aufenthalt auf ihrem Balkon keine unfreiwillige Dusche erhalten. Die Gefahr des Tropfens vermeidet Ihr, indem Ihr die Töpfe auf Untersetzer stellt.

Die richtige Einrichtung eines gemieteten Balkons

Balkonkasten mit Balkonpflanzen auf einem Balkon.

Der Balkonkasten muss sicher befestigt sein und darf auch bei Sturm nicht herabfallen können.

Nicht nur wegen der möglichen Nutzungseinschränkungen empfiehlt es sich, bei der Wahl der Balkonmöbel deren Gewicht mit einzukalkulieren und den Balkon nicht unnötig vollzustellen. Ein Tisch, Stühle, Sonnenschirm und moderate Dekoration sind in Ordnung. Auch Wäsche könnt Ihr auf dem Balkon aufhängen. Problematisch wird es erst, wenn auf einem großen Balkon ein Whirlpool oder Ähnliches aufgestellt werden soll oder der Balkon sanierungsbedürftig ist.

Die DIN-Norm 1055 legt fest, dass deutsche Balkone eine maximale Tragfähigkeit von 300 bis 500 Kilogramm pro Quadratmeter haben müssen. Jedoch kann es gefährlich sein, diese vollständig auszureizen. Schließlich hängt die tatsächliche Tragfähigkeit auch vom Erhaltungszustand des Balkons ab. Risse und Sprünge, Rost oder verfaultes Holz sind ernst zu nehmende Schäden am Balkon, wie Jan Jüttemann, ein hessischer Sachverständiger für Gebäudeschäden, in einem Interview bei der Frankfurter Rundschau betont. Beseitigt der Vermieter diese nicht, kann der Balkon einstürzen. Dies geschah zum Jahreswechsel von 2012 auf 2013 in Bad Homburg.

Einschränkungen kann es bei der Balkongestaltung geben, wenn ein einheitliches Aussehen der Fassade erwünscht ist und dieses durch eine Gestaltungsmaßnahme am Balkon gefährdet wäre. Dies kann dem Traum von einer Schatten spendenden Markise eventuell einen Strich durch die Rechnung machen. Weil für den Einbau einer Markise kein tiefes Bohren erforderlich ist, gilt diese Maßnahme nur teilweise als Veränderung der Bausubstanz. Dennoch kann der Vermieter sie verbieten, wenn die Markise zu auffällig ist. So urteilte – gemäß dem entsprechenden Artikel im Mietsrechtslexikon – das Amtsgericht München am 7.6.2013, dass Markisen für Balkone grundsätzlich der Genehmigung durch den Vermieter bedürfen.

Ebenso ist die Verglasung des Balkons eine genehmigungspflichtige bauliche Maßnahme. Wer seinen Balkon eigenmächtig verglasen lässt, muss damit rechnen, dass der Vermieter zu Recht auf die Entfernung pocht. Dies entschied das Landesgericht Berlin am 8. Februar 2000.

Alle Arbeiten am Balkon, welche die Bausubstanz maßgeblich verändern, sind verboten, sofern der Vermieter diese nicht ausdrücklich genehmigt hat. Dazu gehören laut dem Artikel „Wohnen in der Mietwohnung“ auf dieser Webseite Umbauten und Wanddurchbrüche. Einen Bodenbelag dürft Ihr unter der Voraussetzung verlegen, dass dieser sich später wieder problemlos entfernen lässt. Lehnt der Vermieter die Veränderung ab, ist dies in jedem Fall zu akzeptieren. Auch einen Stromanschluss auf dem Balkon, beispielsweise für die Außenbeleuchtung, dürft Ihr nicht ohne Genehmigung des Vermieters installieren lassen.

Bild 1: Pixabay.com © Efraimstochter (CC0 1.0)

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