Lavendel – Duft und Farbe für den Balkon

Lavendel (Lavandula angustifolia)

Lavendelfeld in der Provence

Nicht nur in der Provence, auch auf dem sonnigen Balkon wächst Lavendel sehr gut.

Lavendel wird als Duft- oder Zierpflanze verwendet. Ursprünglich stammt die Pflanze aus der Mittelmeerregion. In Südfrankreich wird er professionell angebaut und es sind ganze Landstriche vom Lavendel bedeckt. Blätter und Triebe wirken auf Grund der feinen filzigen Haare auf der Oberfläche gräulich bis silbrig, die Blüten des Lavendels sind intensiv violett bis bläulich. Die Pflanze wächst krautig, verholzt aber über die Jahre im unteren Bereich. Meiner Meinung nach kann Lavendel auch gut auf sonnigen Balkonen gepflanzt werden. Er sieht gut aus, duftet angenehm, ist auch eine Nutzpflanze und ist bezüglich der Pflege sehr anspruchslos. Das einzige Manko ist, dass er erst im Juli mit der Blüte beginnt.

Die wohlriechende Pflanze dient nicht nur Zierzwecken auf dem Balkon, sondern kann auch in der Küche oder als Duftspender eingesetzt werden. Der Geruch von Lavendel vertreibt nicht nur Schädlinge auf dem Balkon, wenn die Pflanze noch lebt, sondern auch abgeschnittene Pflanzeteile wirken beispielsweise auf Motten im Kleiderschrank abschreckend.

Lavendel als Teil des Kräuterkastens

Die Pflanze kann sehr gut mit anderen Mediterranen Kräutern, wie Thymian, Rosmarin, Lorbeer oder Oregano gemeinsam in einen Balkonkasten gepflanzt werden, da diese sehr ähnliche Ansprüche bezüglich Licht, Boden, Wasser und Dünger haben.

Standort: Lavendel benötigte einen möglichst sonnigen Standort auf dem Balkon. Hier gilt: je mehr Sonne, desto besser, allerdings gedeiht er auch, wenn er ein paar Stunden am Tag im Schatten steht. Als Pflanzsubstrat kann normale Kübelerde verwendet werden, dieser darf aber gerne ordentlich Sand oder Kies und ein wenig Kalk beigemischt werden. Wichtig ist, dass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann. Auf Staunässe reagiert er sehr empfindlich.

Pflege: Der Lavendel ist anspruchslos. Er muss nur mäßig gegossen werden und verzeiht es einem sogar, wenn das Pflanzsubstrat kurzzeitig vollständig austrocknet, jedoch ist es besser, wenn gegossen wird, bevor es so weit ist und die Erde im Kern immer leicht feucht bleibt. Mit Dünger kann sparsam umgegangen werden. Alle zwei bis drei Wochen ein wenig Dünger mit dem Gießwasser zu geben reicht aus, auch Langzeitdünger im Balkonkasten ist eine gute Möglichkeit, den Lavendel über das Jahr hinweg mit Nährstoffen zu versorgen. Da Lavendel ursprünglich aus der Mittelmeerregion stammt, wo die Böden oftmals kalkhaltig sind, freut sich die Pflanze auch auf dem Balkon, wenn im Frühjahr etwas Kalk gegeben wird.

Da das Erdvolumen im klassischen Balkonkasten begrenzt ist, rate ich dazu, den Lavendel nach zwei oder drei Jahren in einen größeren Blumentopf umzupflanzen, damit ihren Wurzeln mehr Platz zur Verfügung steht. Dies hängt natürlich auch davon ab, wie groß man den Lavendel insgesamt werden lässt. Das lässt sich durch regelmäßiges Beschneiden sehr gut kontrollieren.

Der Lavendel wird nach der Blüte zurück geschnitten und kann auf dem Balkon überwintert werden, sofern sie dort etwas geschützt steht und nicht extremen Frost ausgesetzt ist. Ihn etwas mit Zweigen o.ä. abzudecken schadet aber in keinem Fall. Im Winter sollte nur soviel gegossen werden, dass der Wurzelballen leicht feucht bleibt. Auf das Düngen kann vollständig verzichtet werden. Im Frühjahr kann der Lavendel erneut geschnitten werden, um einen buschigen dichten Wuchs zu erreichen. Hierzu kann bis in den verholzten Teil die Schere angesetzt werden.

Eine Vermehrung der Pflanzen gelingt sehr einfach über Stecklinge. Hierzu wird im Frühsommer ein etwa 10-15cm langer Trieb abgeschnitten und auf der unteren Hälfte von den Blättern befreit und in feuchte Erde gesetzt. Der Lavendel-Trieb sollte nicht zu sonnig stehen, um die Verdunstung gering zu halten, schließlich hat der Steckling ja noch keine bis kaum Wurzeln, um Wasser aufzunehmen. Ein schattiger Standort auf einem sonst sonnigen Balkon ist ideal. In drei Viertel der Fälle bildet dieser neue Wurzeln und reift über wenige Jahre wieder zu einer stattlichen Pflanze heran.

  • Blütenfarbe: lila
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Größe: 50 bis 80 cm
  • Standort: Sonne
  • Wasserbedarf: gering
  • Düngebedarf: gering
  • Winterhart: ja
  • Mehrjährig: ja

Weitere duftende Balkonpflanzen findet Ihr im Balkonpflanzen-Lexikon.


6 Kommentare

  1. L Schümann sagt:

    Ich habe bei Blume 2000 im März einen prächtigen Lavendeltopf gekauft und ihn auf meinen sonnigen Südbalkon gestellt. seine Blüten wurden nach und nach immer blasser. woran mag das liegen?Für einen Rat wäre ich sehr dankbar. Freundliche Grüße L. Sch.

  2. Anna (Balkon-Oase) sagt:

    Hallo,

    eine Ferndiagnose ist bei Pflanzen sehr schwer. Für mich hört es sich jedoch so an, als hätte die Pflanze Mangelerscheinungen. Vielleicht solltest Du mal einen anderen Dünger verwenden oder wenn Du den Lavendel bis jetzt noch nicht gedüngt hast, mit dem Düngen starten. Ich hoffe, dass ich die Frage einigermaßen beantworten konnte.

    LG
    Anna

  3. Sondershaus sagt:

    Habe Baumchen heute früh gekauft im Topf.
    Kann ich es jetzt
    Schon im freien stellen oder muss ich noch warten.
    Wäre es günstiger im Schlafzimmer bis Mai zu warten.

    • Ben sagt:

      Guten Tag,

      Lavendel ist winterhart. Somit müssen Sie nicht befürchten, dass dieser durch Frost Schaden nimmt. Ich würde diesen an einer sonnigen und geschützten Stelle nach draußen stellen. Lediglich bei dem Topf (sofern dieser aus Ton ist) müssen Sie aufpassen, dass dieser bei Frost keine Risse bekommt. Tontöpfe sind empfindlich, wenn diese feuchte Erde enthalten und es friert. Da sich das Wasser dann ausdehnt, gehen diese schnell kaputt.

      Beste grüße
      Ben

    • Meine Frage.
      Ich habe ein Limonen baum der blüht und trägt Früchte
      es soll ja diese und nächste Woche laut Wetterbericht
      bis 18gr.werden kann ich ihn am Balkon stellen
      oder noch warten.
      Mit freunlichen Gruss

      • Ben sagt:

        Guten Tag,

        Limonen sind Südfrüchte und mögen warme Temperaturen und viel Licht, jedoch vertragen diese keinen Frost und selbst Temperaturen unter 5°C stressen die Pflanze. Da es Nachts noch recht kühl werden kann, würde ich noch warten oder den Wetterbericht beobachten und das Bäumchen, sofern niedrige Nachttemperaturen vorhergesagt werden wieder in die Wohnung holen. Schon eine Nacht mit Bodenfrost kann dem Baum ernsthaft schaden. Die Sonne und Wärme tagsüber wird ihm aber in jedem Fall guttun.

        Beste Grüße

        Ben

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